Lenkschwäche
erstellt am 06.02.2012

ÖAMTC: Keine Lenkkraftunterstützung bei 510 Nissan Qashqai
 
Wärme beeinträchtigt Steuergerätfunktion 

Insgesamt 510 Fahrzeuge des Nissan-Bestsellers Qashqai werden momentan in die österreichischen Vertragswerkstätten geholt. Die Steuereinheit der elektrischen Servolenkung muss vorsorglich getauscht werden. Betroffen sind Fahrzeuge, die zwischen  5. Oktober 2010 und 28. Februar 2011 die Produktionshallen verlassen haben.

Aufgrund eines Herstellungsfehlers sei es möglich, dass der Kühlkörper am Gehäuse des Steuergeräts nicht ausreichend Wärme abführt, erklärt die Sprecherin von Nissan Österreich gegenüber dem ÖAMTC. Bei zu großer Wärmeentwicklung komme es zu einer Funktionsbeeinträchtigung, wodurch der Antriebsmotor der Servolenkung nicht mehr angesteuert werden kann. Dies habe den Ausfall der Lenkkraftunterstützung zur Folge.

Tritt das Problem auf, werden die Kunden über die entsprechende Warnleuchte auf der Instrumententafel hingewiesen. Die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs bleibt weiterhin aufrecht – allerdings mit deutlich höherem Kraftaufwand. Als Abhilfe erhalten die betroffenen Fahrzeuge ein neues Servolenkungs-Steuergerät. Laut Importeur fallen für den Austausch maximal 90 Minuten an Arbeitszeit an.

Die Rückrufaktion ist in Österreich bereits gestartet worden. Alle Kunden wurden zeitnah über den Versicherungsverband informiert und in die Vertragswerkstätten gebeten. Nissan Österreich zufolge habe es bisher keine Unfälle gegeben.


Nachbesserungen nicht für alle
erstellt am 31.01.2012

2011 mussten über 56.800 Fahrzeuge in Österreich zurückgerufen werden
 
Gebrauchtwagenkäufer oft schlechter dran

Trotz des Anstiegs auf 92 Rückrufaktionen im Jahr 2011 entspricht die Zahl dem jährlichen Durchschnitt seit Beginn der ÖAMTC-Rückruf-Auswertungen im Jahr 2005. Jährlich gibt es zwischen 80 und 100 Rückrufaktionen. Zurückgerufen wurden im Vorjahr aber nicht nur Pkw, sondern auch Motorräder und Zubehörprodukte aus dem automobilen Bereich wie z.B. Dachboxen.

"Verglichen mit 2010 bedeutet das ein Plus von knapp sieben Prozent", berichtet ÖAMTC-Techniker Robert Czarnecki und weist darauf hin, dass vorwiegend die mechanische Fehler für Rückrufe sorgen, "auch wenn die elektronische Ausstattung der Fahrzeuge immer mehr und komplexer wird, ist und bleibt die Mechanik Fehlerursache Nummer Eins".

79 Prozent aller Mängel sind mechanischen Ursprungs und reichen von der fehlerhaften Verlegung eines Kabelstrangs, über beschädigte Dichtungen im Bereich von Kraftstoff-Leitungen oder Steckverbindungen bis hin zu nicht ordnungsgemäß funktionierenden Handbremsmechanismen.

Rüge für Automobilimporteure

"Leider gibt es immer noch einige Automobilimporteure, die bei der Verständigung der Fahrzeughalter lieber auf die hauseigenen Kundendatenbanken zurückgreifen als auf die kostenpflichtigen Daten des Versicherungsverbandes Österreichs", ärgert sicht der ÖAMTC-Experte. "So kann eine zeitgerechte Verständigung von Zweit- und Drittbesitzern kaum mehr sichergestellt werden."

Zudem sei durchaus möglich, dass im Rahmen einer Rückrufaktion auch Kosten auf den Fahrzeughalter zukommen können. "In der Gesetzesgrundlage für Rückrufaktionen, dem Produktsicherheitsgesetz, wird der verantwortliche Hersteller nämlich nicht zur vollständigen Kostenübernahme verpflichtet", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Prinzipiell handhaben es Fahrzeughersteller jedoch so, dass bei jungen Fahrzeugen die entstandenen Kosten gänzlich übernommen werden. Bei älteren Fahrzeugen ist es jedoch möglich, dass auch der Fahrzeughalter einen Teil der Kosten übernehmen muss. "Aber auch in diesem Fall sollte die Hersteller-Aufforderung zur Behebung des sicherheitsrelevanten Mangels unbedingt ernst genommen werden", empfiehlt Czarnecki abschließend.

  auto-motor-special wird die Leserinnen und Leser regelmäßig informieren, Spezialfälle aufzeigen und Hintergründe mit LED (mindestens) beleuchten.

Franz Weichinger, Chefredakteur


Turbolenzen
erstellt am 18.01.2012

ÖAMTC: Heißer Boxenstopp für 1.100 MINI in Österreich
 
Kurzschluss möglich 

Die zur BMW Group gehörige britische Kleinwagenmarke MINI ordert momentan in Österreich insgesamt 1.100 Fahrzeuge für Kontrollzwecke in die Vertragswerkstätten zurück.

Laut Hersteller kann ein Kurzschluss in der Kühlmittelpumpe des Abgasturboladers entstehen. Im Detail handelt es sich um die leistungsstärkeren Varianten Mini S und John Cooper Works, die zwischen März 2006 und Jänner 2011 die Produktionshallen verlassen haben.

Bei einigen der betroffenen Fahrzeuge lösen sich sogenannte Kunststoffadditive in der Kühlmittelpumpe für den Abgasturbolader, erklärt der Sprecher von BMW Austria den Auslöser für die Rückrufaktion gegenüber dem ÖAMTC. Aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit dieser Additive kann es unter bestimmten Bedingungen - vor allem bei höheren Temperaturen im Motorraum - zu einem Kurzschluss kommen.

Im ungünstigen Fall führt dieser zu einer Überhitzung der Kühlmittelpumpe, wodurch ein gewisses Brandrisiko nicht gänzlich auszuschließen ist. Als Abhilfemaßnahme erhalten die betroffenen Fahrzeuge eine neue Turbolader-Kühlmittelpumpe. Den Herstellerinformationen zufolge sollen die anfallenden Arbeiten innerhalb einer Stunde abgeschlossen sein.

Die Aktion ist in Österreich am 17. Jänner 2012 angelaufen. Alle betroffenen Kunden werden in den kommenden Tagen über das Mini-Vertriebsnetz angeschrieben und aufgefordert, so schnell wie möglich eine Vertragswerkstätte aufzusuchen. Unfälle bzw. Zwischenfälle sind bisher keine gemeldet worden, versichert der Importeur abschließend.