Das Peugeot-Modell 206 hat nicht nur Geschichte geschrieben, es war Trendsetter. Ja mehr noch, es war und ist heute noch "in". Den 206er zu verbessern, war kaum vorstellbar. Was sollte Peugeot da auch schon groß ändern? 
Der französische Autokonzern reagierte diploma- tisch und präsentierte den 207er nicht als 206er-Nachfolger, der ja auch weiterhin gebaut wird. Der 207er ist um Etliches größer: im Innenraum, in der Höhe, in Breite und in der Länge.
Wir testeten den Peugeot 207 Exclusive, der mit sinnvollen Extras aufgewertet war wie z.B. mit dem statischen Kurvenlicht zum Preis von 189,- (brutto bei 5% NoVA).
Er macht einen sehr bulligen Eindruck, ob nun von vorne oder von hinten betrachtet. Man sieht es sofort, der 207 spielt nicht mehr in der der Kleinwagenliga, er ist einen Schritt weiter. Vom Fahrverhalten und vom Komfort her ein Mittelklassler. Typisch französisch komfortabel, mit sauberer Abstimmung des Fahrwerks. Absolut langstreckentauglich, in jedem Geschwindigkeits- bereich mit sattem Fahrgefühl.
Der Kopfsteinpflaster-Test, den wir nun nicht mehr in der berüchtigten Achensee-Kanzelkehre absolvieren können, haben wir in Brixen und in Bad Tölz nachgeholt. Problemlos, kein Scheppern, kein Knarzen, keine Schläge, Peugeot nach, hätten Länder und Gemeinden Kopfsteinpflaster ruhig weitere hunderte von Jahren in Gebrauch lassen können. Es gibt aber Test-Steigerungen: auch über grobe Weideroste gleitet der Peugeot 207 drüber wie ein Tragflügelboot über Dünensand. Womit wir jetzt bei der Traktion wären: Der frontgetriebene Peugeot 207 ist auch ein ausgezeichnetes Winterfahrzeug, das so manchem 4x4 die Spur legen kann.

Der 207er mit dem 1,6-Liter-Turbo-Hdi- Dieselmotor (109 PS/80kW) ist extrem günstig im Verbrauch (rund 5 l Dieselöl/100 km) und verleitet auch zum sparsamen Gleiten. Ein deutlich spürbarer Druckpunkt am Gaspedal animiert zu einer treibstoffschonenden Fahrweise. Auf Abruf ist jedoch immer genügend zusätzliche Kraft vorhanden: den Druckpunkt überwinden und der Overboost-Schub katapultiert den flotten Franzosen nach vorne.
Fotos: ARGE motor-ps-aktuell
Die Pedalerie ist sportlich eng angeordnet, da geht sich professionelles Zwischengasgeben ohne Verrenkungen beim Zurückschalten aus. Wenn wir schon bei Sport und Leistung angelangt sind: 0 bis 100 km/h in 10 sek, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beachtlichen 196 km/h.
Der Turbo-Dieselmotor mit dem FAP-Filter ist bestens bekannt aus den unterschiedlichsten Modellen. Drehmoment und Abstufung des Fünfgang-Getriebes harmonieren, der Wunsch nach sechs Gängen wird nicht wirklich wach (reizvoll wäre er aber schon).
Wenn wir klimpern mit den Wimpern, blicken uns nicht nur die Hasen nach: Das Kurvenlicht ist äußerst angenehm und bringt sehr viel Sicherheit mit sich. Eine Lösung, die möglichst schnell überall in Serie gehen sollte. Da wird kein Fußgänger, kein Radfahrer, ja nicht einmal Kleingetier mehr übersehen. Es sollte Pflicht werden, das sei hier in aller Deutlichkeit geschrieben.
Wie bei Peugeot-Modellen üblich, ist die Bremsanlage topp, sie bringt den 207er aus allen erdenklichen Situationen rasch zum Stehen, das ABS greift (den Ingenieuren sei Dank) spät ein, das ESP ist kaum spür-, aber auch nicht mehr ausschaltbar. Diese Möglichkeit bleibt einzig dem RC vorbehalten.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sind uns besonders in Erinnerung gebleiben: die Fernbedienungen im Lenkrad für Radio, der Tempomat mit den zwei möglichen Geschwindigkeitseinstellungen, die einklappbaren Rückspiegel, Regensensor, die gute Verstellmöglichkeit des Lenkrades, jede Menge Luxus. Beleuchtete Spiegel in den Sonnenblenden für Fahrer und Beifahrerin, Klimaanlage.
Der Preis des 207 Exclusive beträgt 19.300,– Euro. Zusätzlich könnte man noch gut 1.000,– Euro in sinnvolle Extras wie z.B. Kurvenlicht, Tempomat, Bluetooth-Freisprechanlage und Einparkhilfe investieren. Dann aber heisst es nur noch eines: "Fahren wie Gott in Frankreich".
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