Daihatsu Terios Top S
Hurra, die Gams!
Mit neuem 1,5-Liter-Motor und permanentem Allradantrieb kann der Daihatsu Terios punkten. Welche Qualitäten sonst noch in ihm stecken, ermittelte auto-motor-special in einem strengen und mit einem aussagekräftigen Test. Wir gaben uns den Terios in der Top S-Ausführung. TEXT und FOTOS: Franz S. WeichingerDer erste Eindruck: "Sehr solide, toll verarbeitet", hält sich bis zum Testabschluss. Nimmt man den Terios genauer unter die Lupe, seien es nun Unterboden, Radkästen, Motor- oder Innenraum, es finden sich keine abgenudelte Muttern, keine vermurxten Schrauben. Die Lackqualität ist überdurchschnittlich, die Verkleidungen passgenau, die Spaltmaße klein und gleichmäßig. Der Innenaum ist modern gestaltet, die Silberapplikationen spiegeln sich allerdings leicht in der Windschutzscheibe.

Im Motorraum ist alles gut zugängig und sicherlich fein zu bearbeiten. Dass es aber, laut Daihatsu-Besitzern, bei ihren Fahrzeugen kaum etwas zu reparieren gibt, ist ein weiterer erfreulicher Aspekt. Man spürt jedenfalls den Einfluss der Mutter Toyota bei jedem Lenk- einschlag, und es wird mit jedem gefahrenen Kilometer offensichtlich: die Daihatsu-Ingenieure eifern nicht nur dieser nach, sondern versuchen, sie qualitätsmäßig zu übertreffen.
In Summe wirkt der Daihatsu Terios also durchaus stimmiger wie ein RAV 4. So ist u.a. der Übergang vom Seitenbereich in das Heck weit besser gelungen als beim (stärkeren) Vorbild. Und so eine tolle Radioeinheit in bester Qualität wie im Terios haben wir lange schon nicht genießen dürfen.
Bescheiden gibt sich Daihatsu nur in der Werbung, der Terios wird als Stadtroader angepriesen. Das ist mehr als untertrieben. Wir in Österreich, Schweiz, Italien und Deutschland nehmen das so nicht hin – deshalb, weil es in den Städten kaum mehr Platz für Autos geben wird, aber auch deshalb, weil der junge Japaner in unseren Breiten genügend "Spielwiesen" vorfindet.
Der Terios mit seinem Allradantrieb ist u.a. für Tier- und Human-Ärzte, Alm-Öhis, Notdienstbetreiber, Sportler, egal ob Spitzen- oder Freizeit, wie geschaffen. Er ist mit seinen fünf Sitzplätzen und der Ladekapazität aber auch eine sinnvolle Alternative für Familien. In den Terios lassen sich Kinder ohne Verrenkungen hineinsetzen und ordentlich anschnallen. Klar, dass diese ebenso wie Chauffeur(in) und Beifahrer(in) die gute Rundumsicht genießen und gar nicht auf den Gedanken kommen, sich aus Kindersitz und Gurten herauszuschälen.
Angetrieben werden die Terios-Versionen (PUR, PLUS, TOP, TOP S) von einem hochmodernen, sehr agilen und über einen weiten Tourenbereich drehmomenstarken 1,5-Liter-Vierventiler, der 77kW/105 PS auf die Räder bringt. Nur 12.5 Sekunden vergehen vom Stand bis Tempo 100, die erreichbare Spitzengeschwindigkeit liegt bei 164 km/h. Und das bei einem Durchschnittsverbrauch von unter sieben Litern Normalbenzin. Der steigende Dieselölpreis kommt Daihatsu im Verkauf zu Gute, denn eine Selbstzündervariante haben die Japaner nicht im Talon.

Was uns noch positiv aufgefallen ist: das neutrale Fahrverhalten, der kleine Wendekreis von nur 9,2 Metern und die standsichere Vierkanal-ABS- Anlage, der auch eine rasante Bergabfahrt vom Jaufenpass nicht zusetzen konnte. Die großen innenbelüfteten Scheiben vorne und die ebenfalls groß dimensionierten Trommeln hinten haben mit dem geringen Gewicht (Terios Top S: 1.190 kg ) jederzeit leichtes Spiel. Ein wichtiger Aspekt soll nicht verschwiegen werden, mit dem Terios sind nicht nur höchste Pässe erklimm-, sondern auch ortsübliche Tiefgaragen befahrbar.
Fünfgang-Schaltgetriebe, Sperrdifferenzial und Traktionskontrolle sind serienmäßig, Hillholder gehört bei der Automatikversion zum Standard, Dachreling gibt es gegen Aufpreis (Terios Top S serienmäßig).
Was gäbe es zum Verbessern? Für die (lt. Daihatsu standesgemäße) Fahrt zum Opernhaus hätten wir uns recht gerne kleinere und geklebte Wuchtgewichte an den Leichtmetallrädern ge- wünscht, aber auch dieser Umstand dürfte zur Marketingschiene von Daihatsu gehören: Robust- heit und Unverwüstlichkeit jederzeit zu doku- mentieren – ein ehrliches Fahrzeug eben, durch und durch ...
Der Einstieg in den Terios (Pur) ist bereits mit € 18.690,– möglich. Das Testfahrzeug Terios Top S steht mit € 22.280,– in der Liste und lässt wohl keine Wünsche (Automatik plus € 1.940,–) mehr offen.