Länderkampf
erstellt am 12.02.2007

Elf Kfz-Nachwuchstechniker aus fünf europäischen Ländern auf dem Prüfstand
EuroCup zeigt auf

Die österreichische Kfz-Wirtschaft durfte am 10. Februar den fünften EuroCup in St. Pölten ausrichten.

Schon 1998 wurde die Idee beim Vier-Ländergespräch der Kfz-Wirtschaft geboren, die potentiellen Teilnehmer der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Berufmeisterschaften „WordSkills“ speziell zu fördern. Und ein Jahr später fand in Graz der erste EuroCup statt.

„Wir sehen den EuroCup als Trainingscamp für unseren Nachwuchs“, so Bundesbildungsreferent KommRat Friedrich Nagl, „die Jungs sind in einer fremden Stadt, in einer ihnen unbekannten Werkstätte und messen ihr Können mit neuen Kollegen aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Südtirol und Luxemburg. Das ist eine ideale Voraussetzung der Kandidaten zur Vorbereitung für WorldSkills.“

Aber nicht nur die Teilnehmer kommen aus unterschiedliche Länder, sondern auch die Prüfer. Dadurch sind die Prüflinge mit unterschiedlichsten Ausbildungsmethoden und Prüfungstechniken konfrontiert, die es gilt schnell aufzunehmen und in die Praxis umzusetzen.

Der EuroCup wird von den Nachwuchs- technikern von der sportlichen Seite gesehen. Für die Ausbildungsverantwortlichen der teilnehmenden Länder ist der EuroCup eine Plattform des Erfahrungsaustauschs. Walther Mair, Berufsbildungsverantwortlicher aus Südtirol: „Der EuroCup ist für uns ideal, um die Ausbildungsmethoden unserer Partnerländer in der Praxis kennen zu lernen.“


Im Bild von links: Markus Renz, Bundesinnungsmeister-Stv. KommRat Friedrich Nagl, Castrol-Sponsorvertreterin Michaela Rockenbauer, Thomas Holzmann aus Deutsch- land und  Philippe Allenbach aus der Schweiz.
FOTO: Bundesinnung KFZ-Technik


Für den langjährigen Schweizer Chef-Experten Erwin Nussbaumer steht nicht die gute Platzierung der Kandidaten im Vordergrund. „Wir lernen hier in St. Pölten unsere Kandidaten besser kennen und wissen nach dem EuroCup wo ihre Stärken, vor allem aber auch ihre Schwächen sind. Und an diesen werden wir mit ihnen arbeiten.“

Emile Lorang zeichnet in Luxemburg für die Ausbildung des Nachwuchses verantwortlich und freut sich beim EuroCup den europäischen interkulturellen Gedanken vermitteln zu können. Für ein kleines Land wie Luxemburg ist die internationale Zusammenarbeit ein wesentlicher Faktor der Berufsbildentwicklungen. Gleichzeitig sprach er die Einladung für den EuroCup 2009 aus.

Ganz anders stellt sich die Herausforderung für den Geschäftsführer des deutschen Zentralverbandes Ingo Meyer dar: „Auf Grund unserer großen Struktur in Deutschland ist das Auswahlverfahren für WorldSkills entsprechend lange. Das Problem dabei war, dass die Kandidaten über der erlaubten Altersgrenze waren. Heuer haben wir erstmals einen Contest nach dem Vorbild ‚Deutschland sucht den SuperAzubi` veranstaltet. Beim EuroCup sind diese beiden Kandidaten nach neuem Auswahlverfahren nun das erste Mal auf internationalem Boden mit ihrem Können gefordert. Und das auf einem so angenehmen und kollegialem Boden wie Niederösterreich.“

Doch nicht nur Ausbildung und Wettkampf stand an diesem Wochenende im Vordergrund. „Geselliges Kennen lernen, eine Führung beim Werkzeughersteller Würth und ein Besuch im Technischen Museum gehören einfach dazu.“, freut sich Nagl. „Die Youngsters wollen ja auch Spaß am Beruf haben.“

Besonders freuen konnte sich der 22jährige Niederösterreicher Markus Renz aus dem Autohaus Schmal in Kilb. Er stand am Samstagabend als Bester der Besten vor dem Schweizer Philippe Allenbach und dem deutschen Thomas Holzmann fest.


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