Test Toyota Auris 2,0 D-4D 125 DPFDer kleine PrinzToyota richtet, laut eigenen Angaben, bei der Entwicklung der Fahrzeuge das Hauptaugenmerk auf das Fahrvergnügen. Die Sicherheit kommt dennoch nicht zu kurz. Wir starten per Knopfdruck, das Smart-Key-System bleibt in der Westentasche.Nehmen wir uns den Toyota Auris von aussen vor: das Einbringen französischer Designelemente ist sofort ersichtlich. Ein bisschen Chic und Charme tut dem Japaner sicherlich gut. Der Corolla-Nachfolger beeindruckt somit als modernes Kompaktfahrzeug mit eigenständigem Design. Eindrucksvoll die Frontpartie mit den großen Scheinwerfer-Einheiten. Aerodynamisch ein guter Wurf, was der geringe Verbrauch schlussendlich ja auch bestätigt.

Innen ist Freiheit vorherrschend: bereits das Stilelement der freiliegenden Mittelkonsole signalisiert dieses Raumgefühl. Es gibt jede Menge Ablagemöglichkeiten, Brillen und Getränke haben ihren vorbestimmten Platz. Der Gepäckraum fasst 354 Liter, nach dem Umlegen, der im Verhältnis 40 : 60 teilbaren Rücksitzbank, steht ein Volumen von 1.335 Liter zur Verfügung.
Toyota gibt dem Auris ein gefälliges, eigenständiges Design mit auf die Straßen aller Welt. Wir drücken den Startknopf, genießen die gute Übersichtlichkeit auf Grund der großzügigen Glas-Flächen und der erhöhten Sitzposition, erfreuen uns an den modernen Instrumenten. Das Lenkrad lässt sich stufenlos in Höhe und Weite verstellen, die Bedienelemente sind in bequemer Reichweite, was sich vor allem beim Schalten offenbart. Die Schaltwege sind klar definiert, der Gangwechsel passiert im Sekundentakt, der sechste Gang ist erfreulicherweise nicht als reiner Schongang ausgelegt.
Moderner Vollaluminium-DieselmotorDie Antriebskraft liefert ein 2,0 Liter Voll-Aluminium-Dieselmotor, der sich durch Laufruhe auszeichnet, 126 PS leistet und ein Drehmoment von beachtlichen 300 Newtonmeter bei bereits 1.800 U/min abgibt. Eine moderne und effiziente Antriebsquelle mit serienmäßigem Partikelfilter – kraftvoll im Antritt, elastischem Durchzug in jeder Gangstufe und günstigem Verbrauch.
Der dreidimensionale Instrumentenanzeiger wartet zudem mit einer brieftaschenschonenden Information auf: die Gangwechselanzeige sorgt für wirtschaftliches Fahren. So wie der Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer auch – der aber auf eine andere Art und Weise.
Der Toyota Auris ist leicht zu handeln, das Fahrverhalten ist jederzeit berechenbar, im Grenzbereich schiebt er leicht über die Vorderräder, bremst sich jedoch selbsttätig ein – es stehen ja genügend elektronische Heinzelmänchen parat, um Krisensituationen gar nicht aufkommen zu lassen. Die elektronische Stabilitätskontrolle VSC in Verbindung mit der TRC-Antriebsschlupfregelung verzeiht auch gröbere Fahrfehler. Die McPherson-Federbeine vorne und die Verbundlenker-Hinterachse sorgen bei allen Straßenverhältnissen für ein stabiles Fahrverhalten und einem hohen Fahrkomfort.
Sicherheit ist groß geschriebenSchon die aktive Sicherheit lässt nichts zu wünschen übrig: Scheibenbremsen rundum, vorne belüftete Scheiben, Antiblockiersystem, elektronische Bremskraftverteilung und Brems-Assistent lesen sich locker, überzeugen im Praxistest aber ungemein. Wir haben die Bremsanlage stark gefordert, aber auch die zweimalige Überquerung des Arlbergs verkraftete sie spielend, ohne irgendwelchen Anzeichen eines Fadings.
Da darf die passive Sicherheit nicht hintanstehen: wir klauben nur das Airbag-Paket heraus: Front- und Seitenairbags vorne sowie Kopfairbags vorne und hinten seitlich. Dazu gibt es einen Knieairbag für den Fahrer. Sicherheitsfahrgastzelle und ein System, das Schleudertraumatas verhindern kann, wollen wir noch anführen. Die "Fünf Sterne" von Euro-NCAP gibt es als Draufgabe.
Was uns besonders in Erinnerung bleiben wird, ist das problemlose Bewältigen langer Fahrtstrecken. Der überragende Sitzkomfort vorne als auch hinten lässt keine Müdigkeit aufkommen. Die Rücksitzlehne kann zudem in zwei unterschiedlichen Stellungen fixiert werden. Man steigt entspannt und frisch aus, ohne Kreuzschmerzen oder sonstige Wehwehchen.
Das Testfahrzeug in der High-Version war durch etliche zusätzliche Pakete und Extras (Aufpreis rund 2.000 Euro) aufgewertet und ließ keine Wünsche mehr offen. Verständlich, vom Regensensor angefangen bis hin zu den Xenon-Scheinwerfern ist absolut alles vorhanden, was gute Dienste leisten kann.
Wir attestieren dem Toyota Auris 2,0 D-4D 125 DPF höchste Reife und meinen, dass sich der kleine Prinz auf Grund seines ausgewogenen Gesamteindruckes als Thronfolger in der Kompaktklasse ohne weiteres durchsetzen könnte. Zumal er ja auch noch den Vorteil der Dreijahres- bzw. 100.000 Kilometer-Garantie mit einbringt.
Text und Fotos: Tiroler Woche