Exakt 20 Jahre nach dem Debüt des ersten 911 Turbo Cabriolets kommt nun die dritte Generation auf den Markt. Von 1987 bis 1989 hatte es in der Geschichte der offenen Hochleistungssportwagen Maßstäbe gesetzt. Wie heute sorgte ein mit Frischgas versorgter Sechszylinder-Boxermotor, der vom Kurbelgehäuse bis zu den Zylinderköpfen komplett aus Leichtmetall bestand, für atemberaubende Antriebs- und Fahrleistungen. Aus 3,3 Litern Hubraum lieferte der Turbomotor, dessen Zylinder mit je zwei Ventilen besetzt waren, die damals magische Zahl von 300 PS (221 kW) – gut für eine Beschleunigung in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde und eine Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h.
Anfangs sorgte noch ein Vierganggetriebe für die Kraftübertragung zu den Hinterrädern. Nach einem Jahr wurde es durch eine Schaltbox mit fünf Gängen abgelöst. Durch die enge Gangabstufung konnte der Ladedruck beim Schalten noch konstanter gehalten werden und die mögliche Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 sank um zwei Zehntel auf 5,2 Sekunden. Für anfangs 147.850 DM erhielten die Kunden eines der schnellsten offenen Autos der Welt – auf Wunsch und ohne Mehrpreis einschließlich elektrisch bedienbarem Verdeck.
Nach 14 Jahren Pause erschien im Jahr 2003 dann das zweite Turbo Cabriolet, das bereits mit dem wassergekühlten Sechszylinder-Triebwerk ausgerüstet war. 309 kW (420 PS) leistete die Maschine bei 6.000 Umdrehungen pro Minute. Die damit möglichen Fahrleistungen waren überwältigend. Aus dem Stand sprintete das Turbo Cabriolet aus dem Jahre 2003 mit serienmäßigem Sechs-Gang-Schaltgetriebe in nur 4,3 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Erst bei einer Geschwindigkeit von 305 km/h endete sein Vorwärtsdrang.
Die technischen Daten von heute: Motor: 6-Zylinder-Aluminium-Boxermotor wassergekühlt, Motorblock und Zylinderköpfe aus Aluminium; 4 obenliegende Nockenwellen; 4 Ventile pro Zylinder; variable Steuerzeiten (VarioCam Plus); hydraulischer Ventilspielausgleich; zwei Abgas-Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, zwei Ladeluftkühler; Trockensumpfschmierung mit separatem Motoröltank; 2 Dreiwege-Katalysatoren; 2 Lambda-Sonden mit Stereoregelung; Motoröl 11 Liter; Kühlmittel 25 Liter; Motorsteuerung DME (Digitale-Motor-Elektronik) für Zündung, Einspritzung und Nockenwellenverstellung; elektronische Zündung mit ruhender Zündverteilung (6 Zündspulen); sequentielle Multipoint-Einspritzung.
Bohrung: 100 mm
Hub: 76,4 mm
Hubraum: 3.600 cm3
Verdichtung: 9,0:1
Motorleistung: 353 kW (480 PS) bei 6.000/min
Max. Drehmoment: 620 Nm bei 1.950 – 5.000/min
mit Overboost: 680 Nm bei 2.100 – 4.000/min
Literleistung: 98,1 kW/Liter
Höchstdrehzahl: 6.750/min
Kraftstoffart: Super Plus (ROZ/MOZ 98/88) unverbleit
Elektrik: 12 Volt, Drehstromgenerator 2.100 W, Batterie-Kapazität
70 Ah
Kraftübertragung: Motor und Getriebe zu einer Antriebseinheit verschraubt; Allrad-
Antrieb mit elektronisch gesteuerter, elektromagnetisch betätigter Lamellenkupplung (PTM); Einscheiben-Trockenkupplung mit hydraulischer Unterstützung.
Fahrwerk: Vorderachse: McPherson Bauart (Porsche-optimiert); Federbein-Achse mit einzeln an Querstreben, Längslenkern und Federbeinen aufgehängten Rädern; Kegelstumpffedern mit innenliegenden Stoßdämpfern; geregelte Zweirohr-Gasdruckdämpfer (PASM).
Hinterachse: Mehrlenker-Achse; einzeln an fünf Lenkern geführte Räder; zylindrische Schraubenfeder je Rad mit koaxialem innenliegendem Stoßdämpfer; geregelte Einrohr-Gasdruckdämpfer (PASM).
Bremsen: 2-Kreis-Bremsanlage mit achsweiser Aufteilung; vorn, 6-Kolben-Alu-Monobloc-Bremssättel; gelochte, innenbelüftete Bremsscheiben mit Durchmesser x Breite: 350 x 34 mm; hinten 4-Kolben-Alu-Monobloc-Bremssättel; gelochte, innenbelüftete Bremsscheiben mit Durchmesser x Breite: 350 x 28 mm; PSM 8.0; Vakuum-Tandem-Bremskraftverstärker.
Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 310 km/h
Beschleunigung: 0 – 100 km/h in sec. 4,0 (3,8)
0 – 160 km/h in sec. 8,6 (8,1)
0 – 200 km/h in sec. 12,8 (12,6)
0 – 1.000 m in sec. 21,7 (21,4)
Das sollte reichen, meint der Autor, bescheidender Weise (frawe).
FOTO: Porsche