M I T . W E L T • auto-motor-special 10/2020
erstellt am 27.08.2020

Mit dem ID.3 schlägt Volkswagen ein neues Kapitel in der Geschichte der Mobilität auf: sie wird elektrisch und nachhaltig - Heckantrieb gab es schon früher ...
Foto: Volkswagen

Pionier einer neuen Mobilitäts-Ära

Zurück zu den Wurzeln?

Alles neu bei Technik und Packaging oder doch nicht? Der ID.3 ist das erste Modell auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) von Volkswagen. Der Elektromotor schnurrt im Heck und ist zum Start in einer Leistungsstufe mit 150 kW/204 PS zu haben.

SALZBURG (at). Das Technikkonzept sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine ausgewogene Verteilung der Achslasten. Das führt zu einem sportlichen Fahrverhalten, macht das Auto wendig und agil. Nachdem BMW seinen Einser bedauerlicher Weise von Heck- auf Frontantrieb umgestellt hat, schließt der ID.3 nun diese Lücke auf tolle Art und Weise - PLUS (ausnahmsweise großgeschrieben): Motor im Heck.

Krabbeltier
Unterm Blech stecken wegweisende Technologien aus dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB), den der ID.3 als erstes Modell des Volkswagen Konzerns nutzt. Die Hochvolt-Batterie liegt ganz unten im Fahrzeugboden und sorgt so für einen tiefen Schwerpunkt. Die E-Maschine treibt die Hinterräder an, souveräne Traktion darf vorausgesetzt werden. Das Umsteigen auf ein Elektrofahrzeug wird so - nicht nur - Autofahrerinnen/Autofahrer der "Käfer/Porsche-Weltanschauung" leicht(er) fallen.

Für den ID.3 gibt es derzeit Lithium-Ionen-Batterien mit 58 kWh und 77 kWh Netto-Energieinhalt. Die Reichweite (im WLTP) beträgt bis zu 549 km. Die Batterien des Elektro-Volkswagen können  mit Wechselstrom und Gleichstrom geladen werden und sind schnellladefähig.

Die Topversion lädt mit bis zu 125 kW Leistung in nur 30 Minuten Strom für gut 350 km Strecke. We Charge erschließt ID.3 Kunden das Lade-Ökosystem von Volkwagen. In Europa können sie mehr als 150.000 öffentliche Ladepunkte nutzen. Im Schnellladenetz Ionity gelten für Volkswagen-Kunden attraktive Konditionen.

Die beim Verzögern gewonnene Energie wird in die Batterie eingespeist. Der niedrige cw-Wert von 0,27 trägt zudem stark zur hohen Reichweite bei. Die Räder sind aerodynamisch optimiert und haben 18 bis 20 Zoll Durchmesser.

Die Reifen weisen, laut Volkswagen, nur wenig Rollwiderstand auf, diesbezüglich wird wohl  eher die Sommerbereifung gemeint sein. Bei alpinen Verhältnisse, u.a. mit Schneefahrbahnen, plädieren wir drehmomenthalber für hochtraktionsfähige Gummis. Generell aber auch dafür, dass elektronische Eingriffe per Knopfdruck ausschaltbar sind.

Das A bis Z zur Ergänzung: Die lieferbaren Extras reichen von Adaptiven Dämpfern bis zur Zwei-Zonen-Climatronic.
FRANZ WEICHINGER

M I T . W E L T • auto-motor-special 10/2020
erstellt am 25.08.2020

Reichweitenrekord: ID.3 fährt mit nur einer Batterieladung von Zwickau in die Schweiz
Foto/Video: Volkswagen/youtube

WLTP-Reichweite um mehr als 100 Kilometer übertroffen

Hyper(S)miling

Der neue Volkswagen ID.31 hat einen ersten Reichweitenrekord aufgestellt: Er legte die 531 Kilometer lange Strecke von Zwickau nach Schaffhausen (Schweiz) mit nur einer Batterieladung zurück.

SALZBURG/WOLFSBURG (at/de). Die offizielle Reichweite des Modells beträgt nach WLTP bis zu 426 Kilometer. Diese Marke wurde um mehr als 100 Kilometer übertroffen – ein sattes Plus von 26 Prozent.

Bei dem Test-Fahrzeug handelte es sich um einen serienmäßigen ID.3 Pro Performance mit 58 kWh Batterie aus dem E-Auto-Werk Zwickau. Die Route in die Schweiz führte ausschließlich über öffentliche Straßen und Autobahnen, auf dem Weg wurden unter anderem Bayreuth und Ulm passiert.

Pilot des Rekordfahrzeugs war der bekannte Schweizer „Hypermiler“ Felix Egolf. Das sogenannte Hypermiling kommt ursprünglich aus den USA und umfasst das maximal effiziente, sparsame Fahren von Serienfahrzeugen.

“Das Auto wirkt wie aus einem Guss, ist kompakt und trotzdem geräumig, hat ein cooles, fast schon futuristisches Design und bietet der Luft wenig Widerstand”, so Egolf nach der Ankunft in Schaffhausen. Zwar ist die Rekordfahrt nicht eins zu eins vergleichbar mit Alltagsfahrten, sie untermauert aber dennoch die Alltagstauglichkeit des ID.3.

„Mit seiner Hochvolt-Batterie, dem effizienten Antrieb und der Schnellladefähigkeit sind selbst lange Strecken kein Problem“, sagte Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik von Volkswagen Sachsen. „Das ist auch eine starke Nachricht für die Mannschaft in Zwickau und das gesamte ID-Team.“

Bei der Reichweitenjagd zählt neben der Technik vor allem die sparsame Fahrweise. So ist Felix Egolf immer wieder vom Pedal gegangen und hat den ID.3 segeln lassen. Auf der Autobahn hat er teilweise den Windschatten vorausfahrender Lastwagen ausgenutzt. Das Gewicht war dagegen nicht ideal: Da zusätzlich noch ein Kameramann mit technischem Equipment an Bord war, betrug die Zuladung insgesamt rund 250 Kilogramm.

Auch zusätzliche Verbraucher wie Navigation, Tagfahrlicht, Radio und Lüftung waren teilweise oder dauerhaft eingeschaltet. Trotzdem lag der Stromverbrauch bei gerade mal 10,9 kWh/100 km. Der Normverbrauch des ID.3 beträgt 15,4 kWh/100 km.

Die Rekordfahrt ging zu 44 Prozent über Autobahnen und zu 56 Prozent über Landstraßen. Die Durchschnittgeschwindigkeit betrug 56 Stundenkilometer. Insgesamt benötigte Felix Egolf für die Strecke von Zwickau nach Schaffhausen rund neun Stunden. Das Rekordfahrzeug war ein ID.3 Pro Performance mit 58 kWh-Batterie und 204 PS (Maximalleistung) in Mangangrau.

Der ID.3 wird im E-Auto-Werk Zwickau produziert und ist das erste Mitglied der vollelektrischen ID. Familie von Volkswagen. Das Werk in Sachsen spielt für den Systemwechsel in Richtung E-Mobilität eine Schlüsselrolle: Erstmals wird eine große Autofabrik mit Investitionen von rund 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet.

Alle Umbauten werden plangemäß dieses Jahres abgeschlossen sein. Im ersten vollelektrischen Produktionsjahr 2021 werden dann auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) rund 300.000 E-Autos in Zwickau vom Band laufen. Der Standort wird damit zum größten und leistungsfähigsten E-Auto-Werk Europas und übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Transformation des weltweiten Produktionsnetzwerks von Volkswagen.

Leserinnen und Leser von auto-motor-special haben es gut: hier der Reichweitenrekord des ID.3 im Film: https://www.youtube.com/watch?v=P2WvpUmZTM4&feature=youtu.be