Quertreiber 07/2018 • Seite 44
erstellt am 17.06.2018

Motorsport findet heutzutage u.a. auf der Autobahn statt

Losen wir den Sieger aus

Liebe Straßen-Verkehrsteilnehmer, auch Ihnen ist aufgefallen, dass es auf den asphaltierten Pfaden recht rüde zugeht. In steigendem Maße.

Stubaital(at). Motorsport findet heute eher auf der Autobahn als auf der Rennstrecke statt, das ist offensichtlich. Schon einmal mitbekommen wie viel Abstand so mancher Formel 1-Fahrer zum Vordermann hält? Und im Gegenzug einmal einen Autobahnabschnitt beobachtet?

In der Formel 1 muss man auf Grund der "Verwirbelungen" und aus Rücksicht auf die Reifen, Abstand halten, was ich so natürlich nicht hinnehmen kann. Das halte ich ganz einfach für eine faule Ausrede, Verstappen (der jun) zeigt diese ja auch manchmal deutlich auf.

Dass sich auf der Autobahn die Verwirbelungen weniger stark auswirken, darf zudem bezweifelt werden, speziell dann, wenn am Vorderwagen auf der linkesten der linken Spuren mindestens drei Fahrräder als Heckspoiler hochauf gepackt sind. Hier wäre der derzeitig in der Formel Eins praktizierte Abstand überlebensnotwendig - aber: es sollen während der Fahrt bereits Ventile aus den (Fahr-)Rädern geschraubt worden sein. Eine neue Trendsportart, die sich hier auftut.

Wer nun meint, brav hinter einem Schwerkraftfahrzeug wäre er sicher und könnte unter Umständen den Windschatten nutzen, ist auf dem Holzweg. Denn die rechte und die mittlere, wenn es sein muss, auch die linke Spur, gehören den Kapitänen der Straße allein.

Es ist nicht mehr lustig, wenn zunehmend Lenker von Fahrzeugen (greifen wir einmal die Sattelschlepper heraus) aus Rumänien, Bulgarien und leider auch aus Italien, die Reifen warm fahren - also alle drei vorhandenen Spuren zum Swingen benutzen.

Ich schreibe hier von der Brenner-Route, die eh schon berühmt-berüchtigt ist. Die Italiener legen aber gerne ein Ezzerle nach, manche der Bus-Chauffeure teufeln über die Europabrücke (speziell bei der Heimfahrt), als ob der Teu..., nein: als ob diese jederzeit einstürzen könnte. Und sie kalkulieren die Reaktionszeit der Gegner professionell ein, einen Tiroler Autofahrer (egal welchen Alters) kann man eher irgendwohin drängen, als einen holländischen, der Pylonenfahren weniger gewohnt ist.

Und da müssen wir noch einmal zum Motorsport zurückkommen, im Konkreten zum Autoslalom. Die Schreibtischtäter werden wohl nie zur Rechenschaft gezogen, egal was sie verbocken. Fahrspuren, so schmal, dass eine Harley-Davidson kaum durchkommt, wie sollen Autofahrerinnen und Autofahrer da den Sicherheitsabstand einhalten? Wo bleibt die Rettungsgasse?

Deutschland agiert in so einem Fall ein bisschen scheinheiliger, unsere Nachbarn fordern die Verkehrsteilnehmer zumindest auf, versetzt zu fahren. Nicht zeitversetzt, das wäre ja zu schön. Nein, der Linksfahrende sollte halt eine Wagenlänge hinter dem Rechtsfahrenden bleiben - und umgekehrt.

Bitte: dann bleibt doch gleich bei einer einzigen Spur!

Das meint ein vergrämter

Franzesco Bolzano

tiroler.magazine@tirol.com