auto-motor-special 10/2018 • Auto-Test aktuell
erstellt am 21.04.2018

Imposantes Erscheinungsbild, tolle LED-Beleuchtung, viel Sonne (und Frischluft) im Innenraum

Fotos: igm/Franzesco Bolzano

Fahrbericht Subaru Forester 2.0i EyeSight

forester young

Seit über zwanzig Jahren auf der Erfolgsspur: Geländegängig, unverwüstlich und nunmehr Designikone – der Subaru Forester. Was kann er wirklich?

Stubaital/at. Hemdsärmliges Arbeitstier, das war einmal. Der Kombicharakter ging (für den einen oder anderen Puristen: „leider“) verloren, heute ist der Forester ein - auch vom Auftritt her – hochmodernes SUV (Sport Utility Vehicle, im Sinne der Bezeichnung).

Technisch gab/gibt Subaru der Konkurrenz ordentlich Zunder. So sorgt auch in jedem Forester der permanente Allradantrieb Symmetrical AWD für zügiges Weiterkommen - in genialer Zusammenarbeit mit dem tiefbauenden Boxermotor.

Auch wenn er es kann, für Geländeritte war uns das Testfahrzeug mit gerade einmal 2.000 Kilometern auf den Rädern einfach zu schade. Mit einer Bodenfreiheit von 220 Millimetern, großen Böschungs-und Rampenwinkeln ist er allemal geländetauglich, bringt jeden Chauffeur aber unweigerlich in Interessenskonflikte: „Motorsäge oder Grand Hotel“.

Da wären wir jetzt beim Arbeitstier: Schön und gut, aber der rustikale Charakter ist dem Forester äußerlich abhanden gekommen. Nicht aber die Kernkompetenz, die frau/mann jederzeit abrufen kann.

110 kW/150 PS im Testfahrzeug, dem Forester 2.0i Comfort. Der Zweiliter-Vierzylinder-Saug-Benziner - ein Boxer, wie bereits erwähnt - wartet mit Laufruhe und niedrigen Verbrauchswerten (Testdurchschnitt: 7,2 l auf 100 km) auf - wir halten diese Motorisierung für die richtige Wahl, es muss wirklich nicht die Turboversion sein.

Friktionsfrei: Beim Fahren läuft alles selbstverständlich und leicht ab, ohne Krampf oder Kampf. Da spannt nichts, es verspannt sich nichts, das Gesamtprodukt arbeitet optimal zusammen, Reibungspunkte sind nicht zu orten.

Auch ansonsten alles am neuesten Stand bis hin zur Sprachsteuerung. Sämtliche Helferlein einzeln aufzuzählen würde den Platz sprengen, wir verweisen auf die Links am Ende des Berichtes.

Komfortabel auf der Autobahn (V-max: 195 km/h), agil auf den Bergstraßen, unaufhaltsam nach oben strebend. Höhen mühelos erklimmen und wieder sicher (fadingfreie, üppig dimensionierte Bremsanlage, Si-Drive, eventuell manuelles Eingreifen am tollen Leder-Multifunktionslenkrad via Schaltpaddel - s.u. -  oder im Extremfall: X-mode-Aktivierung plus Bergabfahrhilfe) ins Tal kommen.

Überlegen: Namentlich ein Tiefstapler, in der Praxis ein Alleskönner, der Subaru Forester weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen

Das Sechsgang-Automatikgetriebe kann mittels Schaltpaddel dirigiert werden, das preisgekrönte Fahrerassistenzsystem EyeSight sorgt für Sicherheit wie auch der Spurwechsel-und Querverkehrassistent. Wir schätzten die Warnung über die Aussenspiegel besonders, dem  toten Winkel wird so der Schrecken genommen - von der Flucht nach vorne wollen wir gar nicht schreiben.

Kurven können, ob nun eng oder langgezogen, rasant genommen werden, das Handling des Forester begeistert immer wieder, egal ob auf der Autobahn oder engen Bergstraßen. Aber auch in der verschisselsten Tiefgarage - Übersichtlichkeit und Wendekreis sei Dank.

Komfort? Kopfsteinpflaster  und Weideroste werden auch bei höheren Geschwindigkeiten einfach weggefiltert, längere Autobahnetappen lassen den Wunsch nach einem eventuellen Umstieg in eine Luxuslimousine nicht einmal ansatzweise aufkommen.

Was würden wir uns (subjektiv empfunden) wünschen? Ein ausgewachsenes Reserverad: 225/60R17 (auch wenn man es voraussichtlich ein Autoleben lang nie brauchen wird).

Allein das Einhalten gesetzlicher Vorschriften hemmt den Vorwärtsdrang, sonst gäbe es auch steil nach oben kaum ein Halten

Bei der abschließenden Ausfahrt war uns das Glück besonders hold: hochsommerliche Temperaturen, strahlende Sonne, offenes Glas-Schiebedach. Cabrio-Feeling, 26 Grad Celsius auf 1.000m Seehöhe, Die Strecke führte hinauf ins ewige Eis - den Übermut zu kühlen und das Zurückgeben des Testfahrzeuges (Kostenpunkt: € 34.990,- inkl. NoVa und MwSt.) leichter zu machen.

Missen möchten wir u.a. auch das elektrische Glasschiebedach (fast über die volle Dachlänge zu öffnen) nicht, egal, wie und wo der ewig junge Forester nun eingesetzt wird: als Arbeitstier oder für repräsentative Auftritte ...

Weiterführende Informationen:

www.subaru.at/technologie/symmetrical-awd

www.subaru.at/modelle/forester/ubersicht

Franzesco Bolzano

motopress.austria@tirol.com