auto-motor-special 03/2019 • Auto-Test aktuell
erstellt am 19.10.2018

Fahrbericht Subaru Impreza Style Navi

Hart am Wind

Lieber Freund, wolltest Du nicht immer schon wissen, wie Dein Taschenrechner die Wurzel zieht? Hast Du Ergebnisse zur Probe gegengerechnet und Deine Schlüsse gezogen?

Penserjoch (it)/Stubaier Gletscher (at). Was wir damit schreiben wollen, ist simpel: So undurchschaubar wie Dein Taschenrechner ist auch unser Testfahrzeug, der Subaru Impreza Style Navi. Was er alles kann, wie er gestrickt ist, eine Unbekannte. Ein wenig Licht möchten wir Dir und unseren Leserinnen/Lesern dennoch zünden.

Einzigartig: das EyeSight-Assistenzsystem, es kombiniert das Notbremssystem mit Kollisionswarner, bietet einen Anfahr-Kollisionsschutz, eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, einen Spurleitassistenten, einen aktiven Spurhalteassistenten. Zudem sind radargestützter Spurwechsel- und Querverkehrassistent (SRVD) in der Testfahrzeug-Version Serie.

In der Praxis bedeutet dies zusätzlich Schutz und auch Komfort. Empfehlenswert ist es jedenfalls, den Impreza vor dem Wegfahren zu programmieren und nicht erst während der Fahrt.

Und je nach Fahrbahnbedingungen oder je nach Lust und Laune ist es ratsam bzw spaßfördernd, das eine oder andere elektronische Helferlein auszuschalten. Ganz radikal, Subaru verweist in der Bedienungsanleitung explizit darauf hin.

Es kommt natürlich auch auf die Bedingungen an, was für eine Versuchsstrecke für selbstfahrende Autos gut und richtig ist, muss in den Tiroler Bergen oder bei Eis, Schnee und Regen nicht unbedingt segensreich sein. Konkret: wir würden den Ausschalt-Knopf links oben im Dachhimmel schon drücken (Spurhalteassistent).

Das war es aber auch schon. Die 114 Pferdestärken (84 kW) des Boxermotors reichen leicht aus, mit dem permanenten Allradantrieb ist frau/mann für alle Gegebenheiten bestens gerüstet. Hervorheben möchten wir hier aber doch noch die außerordentliche Laufruhe des Vierventil-Direkteinspritzers.

Die hochwertige Verarbeitung überzeugt innen wie aussen, mehr als genügend Platz für fünf und deren Gepäck ist vorhanden. Ein Blickfang, das Lenkrad, da kann man nur schreiben: Gott sei Dank noch vorhanden - soviel zur Einstellung des Autors zu selbstfahrenden Autos.

Nicht missen möchten wir die Rückfahrkamera. Und über Subaru Starlink können alle Passagiere auf Internetradio und diverse Apps zugreifen, das Smartphone lässt sich erstmals via Apple CarPlay und Android Auto vollständig einbinden.

Kraft ist immer zur Genüge da, auch beim steil bergauffahren. Das serienmäßig vorhandene Lineartronic-Automatik-Getriebe kann mit dem Gasfuß sehr gut gesteuert und der Motor so jederzeit effizient genutzt werden.

Wirtschaftlich fahren ist recht einfach, 6,4 Liter Super  im Durchschnitt auf hundert Kilometer (Testbetrieb mit Winterbereifung), das wars. Und wir sind das Höchsttempo ausgefahren (183 km/h) und haben den Impreza dort eingesetzt, wo er unserer Meinung nach zu Hause ist: in den Bergen, auf kurvenreichen Passstraßen.

Zeitenweise haben wir auch Karrenwege getestet, aber das wäre eine eigene Geschichte. Sintflutartige Regenfälle, Muren-abgänge auf die Staatsstraße bei Gossensaß und auf die Autobahn Brenner. Wir waren für die Flucht gerüstet, auch für die dann doch sechs Stunden Wartezeit. Dass das Testfahrzeug absolut langstreckentauglich ist, ergibt sich auch aus diesem Umstand.

Zum Ausloten des Fahrverhaltens nutzten wir Schleuderplatte, einen vollgaslastigen Hin- und einen sachteren Retourtrip (mit L-Motorbremse) zum und vom Stubaier Gletscher. Bezeichnen-der Weise bei Regen bis Eis (minus drei Grad in Mutterberg).

Wir attestieren Subaru gerne die standfeste Bremsanlage, das ABS setzt spät und nicht schlagkräftig, sondern sanft, ein. Aber auch ein exzellentes Fahrverhalten: der niedrige Schwerpunkt bringt ein tolles Feeling und ein präzises Lenkverhalten mit sich.

Das Fahrwerk ist sehr sportlich ausgelegt, Wankbewegungen gibt es gut wie keine mehr. Neutral bis leicht übersteuernd (auf Eis) meistert der Impreza Kurven und Kehren. Der Chauffeur visiert an, steuert aus und lenkt u. U. via Gaspedal mit. So einfach ist Handling made bei Subaru. Der Komfort kommt dennoch nicht zu kurz: Kopfsteinpflaster und Weideroste werden einfach ignoriert.

Bei widrigen Umständen ist man mit dem Impreza natürlich Kaiser: Es werden permanent alle vier Räder angetrieben. Der Kraftfluss wird je nach Bedarf verteilt, im Normalbetrieb erhalten die Hinterräder mehr Stoff.

Eine Ergänzung zum Retourtrip, kaum hatten wir die Privatstraße verlassen, folgte die obligate Verkehrskontrolle (Volderau bei Neustift). Das Interesse der beiden jungen österreichischen Polizisten galt aber weniger irgendwelchen Verstößen, sondern mehr dem Fahrzeug. Wir waren dann so schnell per Du wie der Impreza von Null auf Hundert (12,1 sek). Dass u.a. die italienische Polizia Stradale in Subaru-Modellen recht flott unterwegs ist, dürfte allgemein eh bekannt sein.

Ach ja,: Du hättest gerne mehr über Spracherkennung, Fernlicht- oder Toter-Winkel-Assistent, Anfahrhilfe und Fliehkräfte erfahren? Es würde zu weit führen. Wusstest Du auch, dass Subaru im Flugzeugbau tätig ist? Schau Dir im neuen Subaru Impreza Style Navy die Instrumente und den Dachhimmel genau an, auch wenn diesen derzeit erst zwei zusätzliche Schalter zieren.

Und der Hubert vom Alpengasthaus am Penserjoch schwört auf Subaru, seit zwanzig Jahren.

Franzesco Bolzano

TECHNISCHE DATEN:
Motor: Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor
Antrieb: Allradantrieb, Lineartronic
Hubraum: 1.600 cm2
Max. Leistung: 84 kW/114 PS bei 6.200 U/min
Max. Drehmoment: 150 Nm ab 3.600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 12,1 Sekunden
Testverbrauch auf 100 km: 6.4 Liter Superbenzin bleifrei
Umweltschutz: Euro 6dT, C02-Emission: 151 g/km

Testwagenpreis: Subaru Impreza 1.6 Style Navi: 27.200,- Euro (inkl. NoVa und MwSt)