Lamborghini Reventón
erstellt am 15.09.2009


Designerstück mit kompromissloser Performance

Martialische Power – offen genießbar

Lamborghini präsentiert auf der IAA Frankfurt die ultimative Fahrmaschine unter den offenen Zweisitzern: Der Reventón Roadster ist ein Sportwagen von atemberaubender Faszination, martialischer Power und kompromissloser Performance. Der 6,5 Liter große Zwölfzylinder leistet 493 kW (670 PS), er katapultiert den Roadster in 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h und weiter bis 330 km/h Spitze.

Der offene Reventón ist nicht nur eines der schnellsten, sondern auch der exklusivsten Autos weltweit – Lamborghini hat die Serie extrem limitiert: Der Reventón Roadster bleibt zwar kein Einzelstück, dennoch werden weniger als 20 Freunde und Sammler in den Genuss kommen, dieses unvergleichliche Fahrvergnügen zu erleben. Der Reventón Roadster wird zum Preis von 1,1 Millionen Euro (ohne den länderspezifischen Steuern) weltweit verkauft, die ersten Fahrzeuge werden im Oktober 2009 ausgeliefert werden.



Grau ist auch eine Farbe, sagen zumindest die Lamborghini-Designer.

Foto: Lamborghini

 

„Der Reventón ist das extremste Auto in der Geschichte der Marke“, führte Stephan Winkelmann gegenüber motorpress-international aus. Der Lamborghini-Boss voll Stolz: „Der neue Roadster fügt unserem geballten technologischen Know-how eine zusätzliche emotionale Komponente hinzu, er vereint überlegene Performance mit der sinnlichen Faszination des offenen Fahrens.“

Offene Sportwagen haben bei Lamborghini eine Tradition, die über 40 Jahre zurück reicht. 1968 baute das Unternehmen aus Sant’Agata Bolognese einen Miura ohne festes Dach, damals als Einzelstück. 1995 erschien der Diablo Roadster; sein Targadach ließ sich auf der Motorhaube befestigen.

Der Reventón Roadster misst wie das Coupé 4,70 Meter in der Länge. Sein Radstand beträgt 2,67 m, die Breite 2,06 m und die Höhe 1,13 m. Der Fahrer und der Beifahrer sitzen tief und sportlich, durch einen mächtigen Mitteltunnel voneinander getrennt.


Displays wie im Flugzeug
Wie ein modernes Flugzeug besitzt der offene Zweisitzer keine klassisch analogen Instrumente mehr – an ihrer Stelle liefern drei Flüssigkristallbildschirme die Informationen. Der Fahrer kann per Knopfdruck zwischen zwei Modi umschalten – einer digitalen Ansicht mit leuchtenden Balken und einer Ebene mit klassischen Runduhren, die jedoch mit wechselnden Farben gestaltet sind. An zentraler Stelle, mittig und hoch im Display, sitzt das G-Force-Meter. Es zeigt die fahrdynamischen Kräfte in einer Darstellung an, wie sie in der Formel 1 üblich ist.

Der Zwölfzylindermotor, der den Reventón Roadster befeuert, ist einer der stärksten Saugmotoren der Welt. Er schöpft aus 6.496 cm3 Hubraum 670 PS – bei 8000 rpm. Bei 6000 rpm wuchtet er satte 660 Nm auf die Kurbelwelle. Zwei Ketten treiben vier Nockenwellen an, die 48 Ventile betätigen. Im Zusammenspiel mit dem dreistufigen Schaltsaugrohr sorgen die variablen Steuerzeiten für den bulligen Drehmomentaufbau. Eine Trockensumpfschmierung versorgt das Hightech-Aggregat auch bei extremer Querbeschleunigung stets sicher mit Öl. Der Entfall der Ölwanne erlaubt eine tiefe Einbaulage – die sich im Fahrverhalten wohl extrem dynamisch auswirken wird.

Katapultstart
Der V12 katapultiert den Reventón Roadster in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, erst bei 330 km/h endet der Vortrieb. Er spricht auf die Bewegungen des rechten Fußes so gierig an wie ein Rennmotor, dreht über 8000 Touren hinaus und produziert dabei ein Konzert, dass der Dirigent, pardon der Herr Chauffeur, aufpassen muss, dass er den Takt mithalten kann.

Im klassischen Stil von Lamborghini ist die Alu-Maschine längs vor der Hinterachse montiert, das Getriebe liegt vor ihr unter dem Mitteltunnel. Diese Anordnung hat zur Folge, dass 58 Prozent des Gesamtgewichts die hinteren Räder belasten – ideal für einen starken Sportwagen.

Der permanente Allradantrieb ist der Kraft durchaus gewachsen. Unter normalen Umständen leitet er den allergrößten Teil der Momente auf die Hinterräder. Wenn sie durchzudrehen beginnen, schickt die zentrale Visco-Kupplung bis zu 35 Prozent der Leistung über eine zusätzliche Welle an die Vorderachse. Dort und an der Hinterachse sitzen Differenziale, mit bis zu 25 beziehungsweise 45 Prozent Sperrwirkung.

Ein  Fahrwerk, direkt aus dem Rennsport: An jedem Rad sind doppelte Dreieckslenker aktiv, an der Vorderachse arbeitet je ein Federbein, hinten sind es zwei pro Rad. Mit einem Tastendruck lässt sich der Vorderwagen um 40 Millimeter anheben, das schont den Fahrzeugboden bei tiefen Garageneinfahrten.

Der Reventón Roadster wird mehr oder weniger in Handarbeit in Sant’ Agata Bolognese gebaut. "In höchster Qualität", wie Winkelmann versichert.

Franz Weichinger